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Bewerbungsgespräche erfolgreich führen – was der Handwerker beachten muss (1/2)

Teil 1: Arbeitgeber 

Auch im Handwerk, vor allem in kleineren Betrieben, kommt neben den handwerklichen Aufgaben auch viel gewerbefremde Arbeit, wie z.B. Buchhaltung, Ressourcenmanagement sowie Personalsuche und -auswahl und auf einen zu. Im ersten Teil unserer Serie gehen wir auf die Aspekte ein, die Sie als Arbeitgeber bei Bewerbungsgesprächen beachten müssen.

Die Auswahl eines neuen Mitarbeiters ist eine wichtige Entscheidung, da sie mehrere Faktoren im Betrieb beeinflusst und sollte mit Bedacht getroffen werden. Neben finanziellen Aspekten, der Leistungsfähigkeit des Betriebes, möglichen Ausfallzeiten wird auch das Betriebsklima durch eine Neuanstellung tangiert.

Bewerbungsgespräche dienen dazu, ausloten zu können, welcher der KandidatInnen am ehesten zum Betrieb in seiner vorhandenen Konstellation passt. Daher sind einige Dinge zu beachten für die Sichtung der Bewerbungsschreiben, da AnwärterInnen zum Gespräch geladen und eine Auswahl getroffen werden muss. Vor allem sollten Sie schon vorher im Klaren darüber sein, welche Ansprüche Sie an die neuen Mitarbeiter stellen, auf welche Aspekte Sie besonderen Wert legen und welche Eigenschaften Sie für den Betrieb als eher zweitrangig betrachten.

Welche Eigenschaften haben Priorität?

Erstellen Sie sich am besten eine Liste, in der die Prioritäten, z.B. nach einem Punktesystem (von 1-10, oder auch klassische Schulnoten), klar geordnet sind. Dies ist hinterher eine Hilfe, um sich eine Übersicht über die Stärken und Schwächen der BewerberInnen sowie deren Passgenauigkeit mit den Präferenzen und Anforderungen Ihres Betriebs zu verschaffen. Häufig kann diese Zuordnung der eigenen Prioritäten nach Nummern ausschlaggebend für die Wahl zwischen zwei (oder mehreren) KandidatInnen sein, da ein schnell einzusehender Überblick über deren Eignungen entsteht. 

Sie können diese in Themenfelder unterteilen, wie z.B.:

  • Teamwork und soziale Kompetenzen
  • Erfahrung und fachliche Kenntnisse
  • Kommunikation 
  • Belastungsfähigkeit/Stressresistenz
  • Gehaltsvorstellungen
  • Konstanz am Arbeitsplatz bzw. Treue zum Arbeitgeber (wie häufig wurde dieser gewechselt)

Seien Sie sich immer im Klaren darüber, welche Eigenschaften sie bevorzugen.

Im Gespräch können BewerberInnen dann anhand dieser Interessenfelder befragt werden. Am besten ist es jedoch diese anhand der vorgetragenen Information herzuleiten. So kann mit wenigen Fragen viel über dessen Eignung für das gewünschte Profil in Erfahrung gebracht werden. Eine gute Strategie ist es, den BewerberInnen im Vorfeld mitzuteilen, dass sie einen kleinen Vortrag über sich selbst, ihre Erfahrungen und Erwartungen halten sollen. Der Kurzvortrag bringt jeden zum Reden. Außerdem sollten geschlossene Fragen vermieden werden, „Ja“ und „Nein“ geben wenig Auskunft über die Eignung eines Bewerbers.

Die persönliche Vorstellung der sich bewerbenden Person sorgt dafür, dass nicht jede Information mühevoll erschlossen werden muss, wenn es sich um einen wortkargen Kandidaten handelt. Außerdem können Sie aus dem Gesagten Schlussfolgerungen für Ihre Profilbewertung ziehen. Als gute Methode gelten Situationsbeschreibungen, in denen der Bewerber Erfahrungen aus der vorherigen Anstellung schildert. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten wie z.B.:

  • gefundenen Lösungen unter Stress
  • Erfahrung mit schwierigen bzw. anspruchsvollen Kunden 
  • Situationen in denen mehr als die vereinbarten Arbeiten gefordert wurden
  • Entscheidungsfindungen ohne Vorgesetzte 
  • Verhalten unter Zeitdruck und hoher Arbeitsbelastung

Um das Eis zu brechen kann auch eine Tour durch den Betrieb angesetzt werden, dies nimmt dem Bewerbungsgespräch die Förmlichkeit, welche vor allem im Handwerk ein Nachteil ist, und gibt auch direkt einen Einblick in den praktischen Teil des Unternehmens und den zukünftigen Arbeitsstandort. Eventuell kann auch eine kleine Vorführung der handwerklichen Fähigkeiten des Kandidierenden mit einbezogen werden, achten sie hier einerseits auf die Länge der Aufgabe, andererseits aber auch darauf, dass es zu einer aussagekräftigen Vorführung der Eignung kommt.

Sie selbst sollten sich nicht „verkleiden“. In einem Handwerksbetrieb sollte Wert darauf gelegt werden, dass sich dem Handwerk entsprechend gekleidet wird. Wenn Sie nicht täglich mit Anzug im Büro sitzen, sollte Sie dies auch tunlichst beim Bewerbungsgespräch vermeiden. Dasselbe gilt für die Bewerberinnen, dieser sollte nicht gezwungen sein „overdressed“ zu erscheinen, sondern sollte es ihnen gestattet sein, in der für den Beruf vorhergesehenen Arbeitskleidung aufzutreten. Dies sollte vor allem dann selbstverständlich sein, wenn die praktische Demonstration ein fester Bestandteil des Bewerbungsgesprächs ist.

Und: verstellen Sie sich nicht, geben sie den BewerberInnen auch die Chance Ihren Charakter kennen zu lernen, denn auch sie müssen letztendlich entscheiden, ob sie sich vorstellen können in Ihrem Betrieb zu arbeiten. 

Sollten Sie, wenn alle Gespräche geführt und ausgewertet wurden, noch immer nicht sicher sein welcher der sich bewerbenden Personen die richtige ist, kann zur Not ein Eignungstest für die verbleibenden Kandidaten durchgeführt werden. Diese sind Online verfügbar und könnten Ihnen eventuell zusätzlich bei der Entscheidungsfindung helfen.

Besonderheiten des Online Gesprächs

Im Kontext der COVID-19 Pandemie gehören virtuelle Bewerbungsgespräche mittlerweile zur Tagesordnung. Es wäre jedoch ein Fehler 1:1 die Mechanismen des face-to-face Gesprächs zu übernehmen, da die digitale Form doch einige Besonderheiten aufweist, welche es zu beachten gibt. Denn Online ist zwar Ressourcen schonend und häufig auch spontaner möglich, doch präsentiert diese Form auch einige Hürden.

Sehr wichtig ist hierbei die Nutzung eines den Ansprüchen des virtuellen Bewerbungsgesprächs genügendes Programm, gute Hardware für optimale Sprachqualität und eine gute Verbindung. Unterbrechungen und technische Fehler können den Fluss des Gesprächs unterbinden, wichtige Informationen durch Verzögerungen verbergen und im schlimmsten Fall die Nervosität des/der Kandidaten(in) drastisch erhöhen.

Hier braucht es gar nicht einmal teure Software, gängige Apps wie Zoom, Google Meet oder Microsoft Teams reichen völlig aus. Auch Facetime, WhatsApp oder sogar Facebook Messenger können verwendet werden. Der/die BewerberIn muss im Vorfeld über das verwendete Programm informiert werden. Außerdem ist es ratsam eine Kurzanleitung zu erstellen, die in wenigen Schritten aufzeigt was bei der gewählten App zu beachten ist, um die Verbindung zum Bewerbungsgespräch aufzubauen. 

Ganz wichtig ist es auch die KandidatInnen darüber zu informieren, was im Falle eines Verbindungsabbruchs, einer fehlgeschlagenen Verbindung oder schlechtes Audio/Video-Qualität geschieht. Am besten stellen sie hierfür eine Festnetznummer zur Verfügung, um beim Eintreten des Worst-Case-Szenarios gemeinsam die nächsten Schritte am Telefon zu klären. Dies gibt den BewerberInnen Sicherheit und reduziert die Nervosität.   

Sollten Sie eine Tour durch den Betrieb geplant haben, sollte das Gespräch im Idealfall auf einem Tablet geführt werden, zur Not reicht aber auch ein Smartphone. Praktische Proben der Handwerksfähigkeiten sind auf diesem Wege selbstverständlich nicht möglich.

Wichtige Fragen und Tabus

Die Fragen und Antworten bilden den Kern eines jeden Bewerbungsgesprächs, die Auswahl ist entscheidend für dessen erfolgreichen Verlauf und sollten deshalb mit Bedacht getroffen werden. Zusätzlich gibt es Fragen die tabu bzw. gar nicht erlaubt sind. Zuallererst sollten Sie den Betrieb vorstellen und dann einige grundsätzliche Informationen sammeln, essenzielle Fragen stehen mit folgenden Themenfeldern in Verbindung:

  • Allgemeine Informationen zur Ausbildung und bisherigen beruflichen Laufbahn und Eignung
  • Motivation, Erwartungen, Erfahrung im Beruf und im speziellen Arbeitsbereich
  • Soziale Kompetenzen, wie arbeitet der Bewerber im Team, was gefällt, was stört dabei
  • Eventuelle Nebentätigkeiten, Gründe für Beendigung des vorherigen Arbeitsverhältnisses
  • Rauch- und Trinkgewohnheiten

Wichtig sind auch Gegenfragen des/der BewerberIn, antwortet diese(r) nur mit „Nein“ ist er entweder schlecht vorbereitet oder schlicht nicht motiviert genug. Dies sollte bei der Bewertung in Betracht gezogen werden!

Fragen die als tabu bzw. unzulässig gelten oder auf die BewerberInnen nicht verpflichtet ist zu antworten drehen sich um die Themenbereiche:

  • Partei- und Religionszugehörigkeit
  • Sexuelle Orientierung
  • Familienplanung (Schwangerschaft darf nur bei befristeten Verträgen erfragt werden)
  • Vorstrafen für Delikte (nur zulässig, wenn diese den Arbeitsbereich betreffen)
  • Vorheriges Gehalt des Bewerbers

Wie man sieht gibt es bei der Wahl neuer MitarbeiterInnen einiges zu beachten, vor allem für kleinere Betriebe ist die richtige Entscheidung essenziell und gleichzeitig auch schwieriger, weil keine geschulte Personalabteilung vorhanden ist und die finanziellen Belastungen einer Neuanstellung so hoch sind, dass ein Fehlgriff schwere Konsequenzen haben könnte. 

Wir hoffen mit diesem Artikel etwas Klarheit geschaffen zu haben.


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